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Alternative zur Anonymität?
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  Alternative zur Anonymität?

08.07.2005

aus:Stoneplus 4/2005

Internetportal Gemeinschaftsgrab

Alternative zur Anonymität?

Seit Anfang Mai ist unter der Bezeichnung "www.gemeinschaftsgrab.de" ein neues Internetportal online, das sich primär an Friedhofsträger und -planer wendet. Darin werden Musterlösungen zu Gemeinschaftsgrabanlagen von bisher drei verschiedenen Anbietern vorgestellt. Im einzelnen sind dies die Planungsbüros Elisabeth Kislinger und Isabelle Woysch (Freising/München), die Planungsbüros Jutta Böhm und Joachim Pander (Knetzgau) sowie Bernd Foerster Steintechnik und Dieter Gaißmayer (Homberg/ Illertissen).

Die Module reichen von flexibel einsetzbaren Planbeispielen bis hin zu individuellen Einzellösungen. Kislinger/Woysch bieten beispielsweise fünf Modelle mit den Bezeichnungen Flusskiesel, Rasen, Staudenbeet, Parkelement und Wasser an. Auch die Grabfelder von Böhm/Pander setzen mit sogenannten Themengrabgärten auf Module. Die Staudengärtnerei Gaißmayer und Firma Bernd Foerster Steintechnik rücken zusammen die geschützte Marke TrauerGarten mit den Modellen Kristall, Spirale, Band und Zentralgrabmal ins Blickfeld.

Nach den Worten der Initiatoren zeichnen sich die Lösungen durch preisgünstige und einfache Umsetzung auf dem Friedhof aus. Ein Einblick in die Gebührenkalkulation und sytematische Kriterien von Grabfeldtypologien ergänzen die Planungsinformation. Beispiele aus der Praxis zeigen die Vielfalt an Ideen für Gemeinschaftsgrabformen.

Für Verbraucher bietet das Portal Informationen über die Vorteile des Gemeinschaftsgrabs und beispielhafte Berichte von bisherigen Anlagen.

Gemeinsam statt einsam

Motiv für die Initiative ist die Tatsache, dass derzeit rund 14,5 Millionen Menschen in Deutschland alleine leben. Nach ihrem Tod gibt es häufig keine Angehörigen, die eine dauerhafte intensive Grabpflege übernehmen. Etwa 17 Prozent der Bevölkerung haben das zu pflegende Grab nicht am Wohnort und damit ein Problem, sich um die traditionell bepflanzten Gräber auch regelmäßig zu kümmern. Zudem wünschen sich 25 Prozent der Bevölkerung eine andere Grabform als das übliche gepflegte Erd- oder Urnengrab. Für sie ist das durch die Friedhofsverwaltung bepflanzte und gepflegte Gemeinschaftsgrab eine Alternative, da es relativ kostengünstig eine ansprechende Grabstelle sicherstellt. Vorsorgende wie auch Trauernde erfahren hier eine Gemeinschaft.

Noch wichtiger als das Kostenargument ist für viele Menschen der soziale Aspekt. Für die letzte Ruhe im Gemeinschaftsgrab entscheidet man sich bewusst. Die neu gestalteten Anlagen sind etwas Besonderes auf dem Friedhof. An einem solchen Ort entsteht eine Interessengemeinschaft. Und schließlich soll mit dem Konzept des Gemeinschaftsgrabes auch dem Trend zu anonymen Bestattungen begegnet werden.


Aeternitas - Aktion Gemeinschaftsgrab: Gestalten Sie Gärten für die Ewigkeit